31 März 2019 ~ 0 Comments

Augsburger Schießplatz und Bunkeranlage in der Lechweide – Unterwegs in Kaiserlich Bayerischer Geschichte

Augsburg ist auf Grund seiner Geschichte eine spannende Stadt, welche neben der Römerzeit, den Fuggern oder auch dem Augsburger Religionsfrieden noch weitere interessante Stationen bietet.

Eine dieser Stationen befindet sich mitten im Augsburger Stadtwald, dem Siebentischwald, auf Höhe Haunstetten, beziehungsweisse Siebenbrunn. Abhängig davon, aus welcher Richtung man den Wald durchquert fallen umwucherte Betonbauerke oder hohe Deiche auf. Von einigen Seiten warnen auch verschiedene Schilder vor Lebensgefahr bei Annäherung (was wir heute nach Ende unseres Streifzugs gesehen haben). Aber was kann das nun bedeuten?

Absperrung – Lebensgefahr

Da auf der Seite, von der wir kamen, keine Absperrung existierte, sind wir durch den Wald gestreift und haben die Bauwerke näher erkundet. Ein Sinn der Wände, die da mitten im Wald stehen, war von unserer Seite aber nicht zu erkennen. Wie wir nun wissen, waren dies Querschlägerfänger für den damaligen Schießplatz (etwas Geschichte dazu gibt’s dann weiter unten).


Nach den Fängern für die seitlichen Querschläger (an denen man einige Einschusslöcher erkennen konnte), kamen wir dann zu den Kugelfängern (also der Bereich, auf den gezielt wurde).

An allen Bauwerken lässt sich aber deutlich erkennen, wie die Natur in den wenigen Jahren, die die Anlage stillgelegt ist, sich ihren Bereich wieder zurückgeholt hat:

Neben den so offen zugänglichem Bereich des Schießplatzes gibt es aber noch die durch die Wehrmacht angelegte Bungeranlage, welche zur Munitionslagerung erstellt wurde. Bis dahin haben wir uns aber nicht durchgeschlagen 🙂 Zusammen mit den historischen Bildern der Anlage sind deren Größe und Bedeutung imposant (Wir reden hier von über 55 Hektar).

Geschichte

  • 1886 durch die Königlich-Bayerische Armee von dem damaligen Generalkommando des 1. Armeekorps die Schießplatzheide in Betrieb genommen (66 HA Größe)
  • 1920 Errichtung eines Waldlokals (Beim Harrer – Anschrift: „Siebenbrunn 60“) für Militärangehörige und Betrieb durch Feldwebel Wirt Michael Harrer (Schießplatzaufseher)
  • Später durften auch Zivilisten an schießfreien (ruhigen) Tagen bewirtet werden
  • 1918 bis 1934 in der Augsburger Garnisonsverwaltung
  • 1934 bis 1936 um ein Munitionslager über 14,4 Hektar für die Artillerie erweitert (15 Bunker, Muna genannt) und der Heeresnebenmunitionsanstalt zugehörig (Durch Bewuchs getarnt)
  • Bis 1945 durch die Wehrmacht für Gefechtsschießen und umfangreiche Schießausbildungen genutzt
  • Auf Grund der Tarnung wurden Schießplatz und Munitionslager erst nach 8 Tagen durch die US-Streitkräfte gefunden
  • 1961 um 20 ebenerdig kleine Bunker in der Muna ergänzt
  • 1962 wurde der Siebentischwald als Trinkwasserschutzgebiet ausgewiesen
  • 1975 wurde die Absiedlung des militärischen Bereichs beantragt (Trinkwasserschutz)
  • 1983 Geländer der Muna wieder in den Besitz der Stadt übergegangen
  • 1985 Einstellung des Betriebs durch US-Militär (unter Mitbenutzung durch Bundeswehr und Polizei)
  • 1986 Entfernung der verbliebenen Munition
  • 1986 von den 20 kleinen Bunkern der Muna befreit, die 15 Ursprünglichen Bunker wurden weiter genutzt
  • Mit Aufgabe der Muna wurden die Bunker verfüllt, zugemauert oder verschüttet (3 dienen heute Fledermäusen als Unterkunft)
  • 5. Juni 1991 Verantwortungsübergang an die Bundesforstverwaltung

Umgebung

Aber auch die Umgebung um die Bunkeranlage ist spannend (ggf. kann mir jemand sagen, was genau hier eigentlich mit diesem Umspannhäuschen??? und den Stromzählern??? gemacht wurde.

Auch spannend: Ist das ein Minibunker?

Und zu guter Letzt: Der Hochablass

Ich freue mich über Feedback 🙂

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