22 Dezember 2013 ~ 0 Comments

5.12.13 Bushman Challenge

Um kurz vor sechs klingelten meine Wecker und mit dem Shuttelbus des Hostels ging’s zur Bushaltestelle, an der bereits der (wie am Telefon beschrieben) der knallgelbe Überlandbus auf uns wartete. Im Bus ist mir dann eingefallen, dass ich meine Ladegeräte und meine Handybatterie im Zimmer liegen lassen habe, also schnell eine E-Mail an das Hostel geschrieben um meine Sachen retten zu lassen.

Auf der mehrstündigen Überlandfahrt war der Wechsel zwischen den verschiedenen Klimalandschaften doch deutlich zu sehen und auch die häufigen Überflutungen der Straßen mit bis zu 6 Meter Wasserstand zu erkennen.

In Biloela (so heißt das nächstgelegene Dorf zum Kroombit Park) wurden wir von sehr outback-klischelastigen Mitarbeitern der Farm im Geländewagen abgeholt und machten uns auf die vierzigminütige Weiterfahrt ins Nirvana. Vor der Abfahrt wurden wir noch vorsichtig gewarnt, dass wir doch bitte unsere letzten Worte an das Internet jetzt absenden sollen, da es so etwas wie Handyempfang dort nicht gäbe.

Auf der Farm (es handelt sich um eine reine Viehfarm für Rinder und Ziegen) angekommen wurden wir mit einem kontinentalen Frühstück mit gebackenen Bohnen, selbst gebackenem Brot, Butter und Marmelade. Gegen zehn Uhr wurden wir mit einem Uti (Utillity Car = eine Sitzreihe und Ladefläche) über das Gelände der Farm geführt und uns die Sortierung der neu gekauften Tiere in Fett, Jungtier und Mager gezeigt. Danach ging es zum höchsten Strand von Queensland und wieder zurück in Richtung Mittagessen. Vor dem Essen gab es noch die Möglichkeit mit einigen der zwölf Backpackern, die auf der Farm arbeiteten zu reden. Obwohl es kein Gehalt gab war für alle die kostenlose Unterkunft und Verpflegung auf der Farm mit dem lässigen Lebensstil den Arbeitsaufwand wert. Zum Mittagessen gab es Rumpfsteak mit verschiedenen Salaten (Nudelsalat, roten Beeten, gemischtem Salat) und wieder frisch gebackenes Brot.

Am Nachmittag stand für mich Reiten und Viehtreiben auf dem Plan. Mit meinem Pferd Apache (teilweise echt bockiges Vieh) ging es dann Berg auf Berg ab quer über wiesen bis zur Ziegenherde, die wir mit lauten Uuuuhhiiih, Buibuibui, oder anderen Rufen in ein Gatter treiben sollten. Leider wollten die Ziegen nicht in das Gatter in das wir mit ihnen wollten und sind in das dahinter liegende ausgebüxt. Nach der Umrundung der Herde nährten wir uns schließlich langsam dem Gatter an, wobei ich den Rückwärtsgang und das Lenkrad an meinem Pferd vermisste. Circa 3 Stunden später kamen wir nach getaner Arbeit glücklich zurück auf der Farm an und konnten kurz in den Pool springen bevor es in Richtung Rodeo losgehen sollte.

Das Rodeo, das für mich Bullenreiten war, bestand auf der Farm aus Schrotflinten schießen, Lasso werfen und Ziegen einfangen. Mein erster Schuss, der zwei Meter daneben ging, überraschte mich durch den kräftigen Rückstoß des Gewehrs. Letztendlich traf ich von meinen fünf Tonscheiben eine, worüber ich durchaus glücklich war. Unser Guide zeigte uns später seine Schießkünste auf zwei gleichzeitig geworfene Tonscheiben (mit 50% Trefferquote). Für das Lassowerfen lobte John dann ein Freigetränk für denjenigen, der mit der besten Zeit eine Ziege fängt aus (ich habe nur eine Minute und 15 Sekunden dafür gebraucht). Es war super lustig den anderen beim Fangen der Ziegen zuzusehen.

Für den Abend wurde uns ein typischer Outbacksnack versprochen, dessen Inhalt aber vorerst ein Geheimnis bleiben sollte. In einem großem Eisentopf wurde eine über offenem Feuer gekochte Keule, deren Ursprungstier nicht erkennbar war, serviert und in kleine Happen mit frisch gebackenem Brot serviert. Der Snack, dessen Spender eine Ziege war, schmeckte echt super und wurde von Steak mit Salat und frisch gebackenem Brot gefolgt.

Am Abend entspannten wir noch an der Bar, lernten wie man Peitschen knallen lässt, erprobten uns im Squaredance und ritten den mechanischen Bullen. Um zehn Uhr Abends, nach dem beobachten einer tödlichen Spinne, ging es ins Bett, um am nächsten Morgen kurz vor sieben aufzustehen.

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