02 Mai 2013 ~ 5 Comments

Love is All You Need? – Angst vor dem Anderssein

Heute hat sich in meine Timeline auf Facebook ein doch sehr düsteres und negatives Video eingeschlichen. Der Titel ist:

Love is All You Need?

In dem Film geht es um ein Thema, das jeden betrifft, ob direkt oder indirekt. Durch Nachrichten sind wir mit dem Fall des Videos immer in Kontakt. Das Video, das sich mit dem Thema Mobbing befasst baut sich auf der Frage “What if the entire world were gay, and everyone hated straight people?” auf. Ich denke aber, dass man in diesem Video nicht nur sieht, wie es Menschen geht, die nach ihrem Comming-Out nicht akzeptiert werden (die Selbstmordrate unter Homosexuellen ist um ein Vielfaches höher als die von Heterosexuellen), sondern allgemein wie stark der Druck der Gesellschaft auf Einzelpersonen ist. Im Video war es das Anderssein auf Grund von sexueller Orientierung, aber dieses Anderssein kann sich auch durch Gewicht, Hautfarbe, Rasse und Aussehen äußern. Was soll man machen, wenn alle auf eine Einzelperson losgehen und sich an der Schwäche einer Minderheit aufbauen und stärker werden? Das Video kann 1 zu 1 auch auf die deutsche Vergangenheit mit dem Thema der Juden übertragen werden. Waren Familien noch vorher befreundet so hat man jeglichen Kontakt schnell verleugnet und hat sie fallen gelassen, obwohl man wusste was passieren würde.

Nun zurück zu meiner Frage, wie ist damit umzugehen? Ich denke hier sind zwei Ansatzpunkte äußerst wichtig. Als Schule (ja, ich bin halt Lehrer) ist eine Null-Toleranz-Politik zu fahren, aber nicht Null-Toleranz gegen die Anderen, sondern Null-Toleranz gegen Mobbing. Neben Bestrafung von Mobbing muss die Schule Aufklärung betreiben, Angst vor dem Fremden nehmen.
Der zweite Pfeiler ist die Gesellschaft. Durch Integrationskindergärten, in denen Kinder lernen mit anderen Kindern, die nicht deutscher Herkunft sind, oder körperlich, bzw. geistig anders entwickelt sind, zu spielen wird schon von klein Auf die Angst vor dem Anderssein genommen.
Diese Angst vor den Anderen ist meist zu Hause Erlernt und hier muss die Gesellschaft ansetzen und sich ändern.
Für die zu Opfern gemacht werden kann ich nur den Tipp geben: Lasst euch nicht unterkriegen und zu Opfern machen. Es gibt immer Menschen, die euch mögen und euch stehen. Sucht euch Unterstützer, denn nur wenn man sich selbst als Opfer sieht ist mein auch eines.

Warum aber tangiert mich das Thema so? Das hat zwei Gründe, der erste, weil ich auch selbst gespürt habe, wie es ist nicht immer auf der beliebten Seite zu stehen, zum Anderen, weil ich in meiner bisher noch kurzen Tätigkeit als Lehrer auch schon Mobbing in meinen Klassen mitbekommen habe. Wenn man im Klassenzimmer aktiv dagegen vorgeht wird es besser. Auch das Mobbing, das ich durch Lehrer mitbekommen habe, wenn Lehrer einen Schüler als der hat doch eh keine Chance herunter machen, kann bekämpft werden. Wenn man sich den Mut nimmt auch gegen das Kollegium anzureden kann man Mitstreiter finden einem Schüler zu helfen. Wenn nicht die Lehrer in der Schule dafür sorgen, dass ein Kind dort die Umgebung hat, in der es ohne Angst lernen kann, wer denn dann? Das Grundgerüst wird nunmal durch Lehrer geschaffen.

In meinem zweiten Video, dass ich u diesem Thema poste erkennt man auch dieses häufige wegschauen, das viele als für sie am einfachsten sehen. Es kann ungemütlich sein anderen zu helfen, es kann auch die eigene Gesundheit oder das eigene Leben gefährden, aber es ist das Richtige.

Als Lehrer sehe ich neben den bekannten Wegen der Mediation auch das veranstalten von themenbasierten Projekttagen als gutes Hilfsmittel. Letzter Ausweg sind Ordnungsmäßnahmen wie das erstellen einer Hausarbeit oder Präsentation und Disziplinarmaßnahmen wie Verweis, Direktoratsverweis oder Schulausschluss (und natürlich das Gespräch mit den Eltern).

Und zum guten Ende, so kann es auch laufen, wenn man andere mobt:

Zu guter Letzt meine Fragen an alle anderen:
Wurdet ihr schonmal gemobbt und wie seid ihr damit umgegangen?
Was sollte man mit Mobbern machen?
Gibt es eine optimale Strategie an die sich jeder halten kann?

5 Responses to “Love is All You Need? – Angst vor dem Anderssein”

  1. Freddy 2 Mai 2013 at 19:02 Permalink

    Guter Stil, wichtiges Thema und weiter so Chris!!! Es gibt wirklich zu viele die weg schauen. Ich denke nur manchmal ruft man besser die Polizei oder schreit darum, als direkt dazwischen zu gehen.

    • Christian Kazuya 7 Mai 2013 at 14:12 Permalink

      Danke Freddy,
      klar, auch als Kampfsportler und nicht ungeübter Kämpfer rufe ich nach dem Motto “was bringt es zu reanimieren, wenn man nie den Rettungsdienst alarmiert” zuerst die Polizei. Aus meiner Erfahrung heraus schaffe ich es jedoch Leute lange genug im Schach zu halten bis die Polizei ankommt (oder sie aufgeben :P)

  2. Kazuya 24 Mai 2013 at 10:18 Permalink

    Gestern in der Nähe von Düsseldorf: Bei einem Wohltätigkeitsessen zugunsten von Schülern mit Lernschwierigkeiten hielt der Vater eines der Kinder eine Rede, die so schnell keiner der anwesenden vergessen wird.

    Nachdem er die Schule und ihre Mitarbeiter in höchsten Tönen gelobt hatte,
    stellte er folgende Frage:

    “Wenn keine störenden äußeren Einflüsse zum Tragen kommen,
    gerät alles, was die Natur anpackt,
    zur Perfektion.
    Aber mein Sohn Shay ist nicht so lernfähig wie andere Kinder.

    Er ist nicht in der Lage, die Dinge so zu verstehen wie andere Kinder.
    Wo ist die natürliche Ordnung der Dinge bei meinem Sohn?”

    Das Publikum war angesichts dieser Frage vollkommen stumm.

    Dann erzählte er die folgende Geschichte:

    Shay und ich waren einmal an einem Park vorbeigekommen,
    in dem einige Jungen, die Shay kannte,
    Baseball spielten.
    Shay fragte: “Glaubst du, sie lassen mich mitspielen?”
    Ich wusste, dass die meisten der Jungen jemanden wie Shay
    nicht in ihrer Mannschaft haben wollten,
    aber als Vater war mir auch Folgendes klar:
    Wenn mein Sohn mitspielen durfte,
    dann würde dies ihm ein geben,
    nach dem er sich so sehr sehnte,
    und auch die Zuversicht,
    trotz seiner Behinderung von anderen akzeptiert zu werden.

    Ich ging also zu einem der Jungen auf dem Spielfeld und fragte,
    ohne allzu viel zu erwarten, ob Shay mitspielen könne.
    Der Junge schaute sich hilfesuchend um und sagte:
    “Wir haben schon sechs Runden verloren und das Spiel ist gerade beim achten Inning.
    Ich glaube schon, dass er mitspielen kann.
    Wir werden versuchen, ihn dann beim neunten Inning
    an den Schläger kommen zu lassen.”

    Shay kämpfte sich nach drüben zur Bank der Mannschaft
    und zog sich mit einem breiten Grinsen ein Trikot des Teams an.
    Ich schaute mit Tränen in den Augen und Wärme im Herzen zu.
    Die Jungen sahen, wie ich mich freute, weil mein Sohn mitspielen durfte.

    Am Ende des achten Innings hatte Shays Team ein paar Runden gewonnen,
    lag aber immer noch um drei im Rückstand.
    Mitten im neunten Inning zog sich Shay den Handschuh an
    und spielte im rechten Feld mit.
    Auch wenn keine Schläge in seine Richtung gelangten,
    war er doch begeistert, dass er mit dabei sein durfte,
    und grinste bis zu beiden Ohren, als ich ihm von der Tribüne aus zuwinkte.

    Am Ende des neunten Innings holte Shays Mannschaft noch einen Punkt.
    In der jetzigen Ausgangslage war der nächste Run ein potenzieller Siegesrun,
    und Shay kam als Nächster an die Reihe.

    Würden sie in diesem Moment Shay den Schläger überlassen
    und damit die Chance, das Spiel zu gewinnen, aufs Spiel setzen?

    Überraschenderweise bekam Shay den Schläger.
    Jeder wusste, dass ein Treffer so gut wie unmöglich war,
    denn Shay wusste nicht einmal,
    wie er den Schläger richtig halten sollte,
    geschweige denn, wie er den Ball schlagen sollte.

    Als Shay allerdings an den Abschlagpunkt trat,
    merkte der Pitcher,
    dass die gegnerische Mannschaft in diesem Moment
    nicht gerade auf den Sieg aus zu sein schien,
    und warf den Ball so vorsichtig,
    dass Shay ihn wenigstens treffen konnte.

    Beim ersten Pitch schwankte Shay etwas unbeholfen zur Seite und schlug vorbei.

    Der Pitcher ging wieder ein paar Schritte nach vorn
    und warf den Ball vorsichtig in Shays Richtung.

    Als der Pitch hereinkam,
    hechtete Shay zum Ball
    und schlug ihn tief nach unten gezogen zurück zum Pitcher.

    Das Spiel wäre nun gleich zu Ende.

    Der Pitcher nahm den tiefen Ball auf
    und hätte ihn ohne Anstrengung zum ersten Baseman werfen können.
    Shay wäre dann rausgeflogen, und das Spiel wäre beendet gewesen.

    Aber stattdessen warf der Pitcher den Ball über den Kopf des ersten Basemans
    und außer Reich- weite der anderen Spieler.
    Von der Tribüne und von beiden Teams schallte es:
    “Shay lauf los! Lauf los!”

    Noch nie im Leben war Shay so weit gelaufen,
    aber er schaffte er bis First Base.
    Mit weit aufgerissenen Augen und etwas verwundert hetzte er die Grundlinie entlang.
    Alle schrien: “Lauf weiter, lauf weiter!”
    Shay holte tief Atem und lief unbeholfen,
    aber voller Stolz weiter, um ans Ziel zu gelangen.

    Als Shay um die Ecke zur zweiten Basis bog,
    hatte der rechte Feldspieler den Ball …
    er war der kleinste Junge im Team,
    der jetzt seine erste Chance hatte, zum Held seines Teams zu werden.

    Er hätte den Ball dem zweiten Baseman zuwerfen können,
    aber er hatte verstanden,
    was der Pitcher vorhatte,
    und so warf er den Ball absichtlich ganz hoch
    und weit über den Kopf des dritten Basemans.

    Also rannte Shay wie im Delirium zur dritten Basis,
    während die Läufer vor ihm die Stationen bis nach Hause umrundeten.
    Alle schrien nun:
    “Shay, Shay, Shay, lauf weiter, lauf weiter”

    Shay erreichte die dritte Basis,
    weil der gegnerische Shortstop ihm zur Hilfe gelaufen kam
    und ihn in die richtige Richtung der dritten Basis gedreht und gerufen hatte:
    “Lauf zur dritten!” “Shay, lauf zur dritten!”

    Als Shay die dritte Basis geschafft hatte,
    waren alle Spieler beid er Teams und die Zuschauer auf den Beinen und riefen:
    “Shay, lauf nach Hause! Lauf nach Hause!”

    Shay lief nach Hause,
    trat auf die Platte und wurde als Held des Tages gefeiert,
    der den Grand Slam erreicht
    und den Sieg für seine Mannschaft davongetragen hatte.

    “An diesem Tag”, so sagte der Vater,
    während ihm die Tränen übers Gesicht liefen,
    “brachten die Spieler von beiden Mannschaften ein Stück wahrer Liebe
    und Menschlichkeit in Shays Welt.”

    Der Vater fuhr fort: “Ich bin der Meinung, wenn ein Kind so ist wie Shay,
    das geistig und körperlich behindert zur Welt kommt,
    dann entsteht die Möglichkeit,
    wahre menschliche Natur in die Tat umzusetzen,
    und es liegt nur daran, wie die Menschen dieses Kind behandeln.”

    Shay erlebte keinen weiteren Sommer mehr.
    Er starb im folgenden Winter und hatte nie vergessen,
    wie es war,
    ein Held zu sein und mich so glücklich gemacht zu haben und zu sehen,
    wie die Mutter ihren kleinen Helden unter Tränen umarmte,
    als er nach Hause kam!”

    NUN NOCH EINE KLEINE FUßNOTE ZU DIESER GESCHICHTE:

    Viele scheinbar triviale zwischenmenschliche Kontakte stellen uns vor die Wahl: Geben wir ein bisschen Liebe und Menschlichkeit weiter oder verpassen wir diese Chance und machen die Welt dadurch ein bisschen kälter?

    Ein weiser Mann sagte einmal, jede Gesellschaft sei danach zu beurteilen, wie sie ihre am wenigsten gesegneten Mitglieder behandle.
    Du hast nun zwei Möglichkeiten:

    1. Schließe diese Seite……….

    2. Du kopierst Sie mit in Dein Profil damit noch viele Leute
    die Geschichte lesen!

  3. Christian Kazuya 21 September 2013 at 06:01 Permalink

    Ein ganz schönes Video das die ganzen Argumente gegen die HomoEhe aufgreift:

  4. Christian Kazuya 21 September 2013 at 06:02 Permalink

    Und von einem Freund aus Twitter:
    Sei du selbst, sein ein Alltagsheld und steh zu dir:


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