17 Januar 2013 ~ 10 Comments

katholische Kliniken weisen Vergewaltigte ab

Ich habe ja schon in einem vorhergehendem Beitrag darüber geredet, dass man die Kirhce aus den weltlichen Dingen entfernen soll, aber was man nun in der Zeitung liest ist ein Skandal. Eine Frau wird vergewaltigt, wendet sich vertrauensvoll an ein Krankenhaus, und das Krankenhaus verweigert die Behandlung, da es nicht mit den Grundsätzen der katholischen Kirche, die Träger des Krankenhauses ist, vereinbar sei. Ärzte die dennoch behandeln müssen mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Ich frage mich echt, in welcher Welt wir hier leben. Es wird zeit, dass sich die Kirche um den Glauben kümmert und aufhört Menschen mit ihrer in Stein gemeiselten Meinung zu schaden!

Köln.

Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, werden nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in einigen katholischen Krankenhäusern des Erzbistums Köln nicht mehr behandelt. Im Dezember war eine 25-Jährige in zwei Kölner Kliniken, die von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria geführt werden, abgewiesen worden. Die junge Frau war offenbar bei einer Party auf den Kölner Ringen mit K.O.-Tropfen betäubt worden und erst einen Tag später auf einer Parkbank in Stadtteil Kalk wieder zu sich gekommen.

Eine Notärztin, die eine Vergewaltigung nicht ausschließen konnte, hatte die Kliniken um eine Spurensicherung gebeten, um mögliche Tatspuren gerichtsverwertbar zu sichern. Sie wurde mit der Begründung abgewiesen, die gynäkologischen Untersuchungen zur Beweissicherung seien seit zwei Monaten untersagt, weil damit ein Beratungsgespräch über eine mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch sowie das Verschreiben der Pille danach verbunden seien.

http://www.ksta.de/politik/erzbistum-koeln-katholische-klinik-weist-vergewaltigte-ab,15187246,21481786.html

Darf die Kirche sich wirklich so weit in unser Leben und die Gesundheit von Menschen einmischen?

10 Responses to “katholische Kliniken weisen Vergewaltigte ab”

  1. Thomas P 17 Januar 2013 at 12:53 Permalink

    Der blanke Wahnsinn. Ich hoffe auf die volle Härte gegen diese Unmenschen!

    • Christian Kazuya 17 Januar 2013 at 14:19 Permalink

      Also ich finde dass sich hier der Vatikan oder das Bistum verantworten müssen!

      • Tom P 17 Januar 2013 at 14:20 Permalink

        Für so eine Show sollte man die komplette Klinik dicht machen. Mal ein richtiges Exempel statuieren

        • Christian Kazuya 17 Januar 2013 at 17:59 Permalink

          so einfach kann man eine Klinik nicht dicht machen, ich bin hier eher für ein empfindliches Bußgeld gegen den Betreiber und die Auflage diesen Umstand zu ändern. Ggf können auch die Krankenkassen handeln und der Klinik die Zulassung für die Behandlung gesetzlich Versicherter entziehen…

    • Christian Kazuya 24 Januar 2013 at 13:49 Permalink

      Auf der Seite des WDR gab es einen neuen Artikel dazu

      Die Stellungnahmen der Politiker sind interessant. Mein Fazit es ist und bleibt ein Skandal und die Kirche hat nix in Organisationen mit Sicherheitsaufgaben verloren.

      http://www1.wdr.de/themen/panorama/vergewaltigungsopfer100.html

      NRW-Grüne raten: “Katholische Einrichtungen meiden”
      Der Fall sorgt auch in Düsseldorf für Aufregung. Das Gesundheitsministerium teilte mit, dass geprüft werde, ob ein Verstoß der Krankenhäuser gegen gesetzliche Regelungen vorliege. “Grundsätzlich darf kein Krankenhaus das Opfer einer Gewalttat abweisen”, sagte Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Neben einer möglicherweise notwendigen Behandlung körperlicher Schäden müssten psychische Schäden therapiert und zudem für die spätere Strafverfolgung schnell und professionell Spuren gesichert werden.
      Deutlich positioniert haben sich die NRW-Grünen: “Der Fall in Köln zeigt einmal mehr die zynische Moral der Katholischen Kirche, in deren Trägerschaft die Krankenhäuser stehen”, sagte der grüne Landesvorsitzende Sven Lehmann am Donnerstag (17.01.2013) zu WDR.de. “Leider muss man Vergewaltigungsopfern raten: Meidet katholische Einrichtungen!”
      Die Vorkommnisse stünden in einer Kette von Fällen, die zeigten: “Christliche Nächstenliebe hört da auf, wo es um die Dogmen einer verstaubten Amtskirche geht.” Grundsätzlich sollten nach Meinung von NRW-Grünen-Chef Lehmann Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft die Betriebserlaubnis entzogen werden, wenn sie Menschenrechte wie das Recht auf Erste Hilfe ablehnten. “Es ist ein Skandal, dass solche Einrichtungen überhaupt mit staatlichen Geldern betrieben werden.”

      • mustafa 24 Januar 2013 at 13:56 Permalink

        Zusammengefasst in den Worten des NRW-Grünen Chefs: “Der Fall in Köln zeigt einmal mehr die zynische Moral der Katholischen Kirche, in deren Trägerschaft die Krankenhäuser stehen” und “Christliche Nächstenliebe hört da auf, wo es um die Dogmen einer verstaubten Amtskirche geht”, selbst wenn das die Ablehnung des Menschenrechts auf Erste Hilfe bedeutet.

  2. Elanlos 18 Januar 2013 at 11:22 Permalink

    interessant wäre, wie viel die Kirche da wirklich ins Krankenhaus investiert. Bei Kindergärten ist das ja kompletter Schwindel.

    • Christian Kazuya 18 Januar 2013 at 11:24 Permalink

      Naja,
      ich denke mit den Krankenhäusern die von einem Orden, also Mönche und Nonnen betreut werden, ist zu erwarten, dass die meisten Arbeitskräfte günstig sind, nicht viel investiert werden muss, aber genauso abgerechnet wird, wie in einem normalen Haus. Somit werden die Gewinne sicher nicht im negativen Bereich liegen. Genau kann man das nur wissen, wenn man die Geschäftszahlen der Krankenhäuser einsieht.

  3. Sören 24 Januar 2013 at 14:03 Permalink

    Das die Frau abgewiesen wurde hat eine Vorgeschichte die von der katholischen Kirche selbst verursacht wurd: http://www.rundschau-online.de/koeln/abweisung-von-vergewaltigungsopfer-taeuschungsaktionen-beeinflussten-die-kliniken-,15185496,21516382.html

    Erschreckend finde ich auch die Reaktion des Landtages, dass der von Piraten eingebrachte Antrag abgelehnt wurde, weil die Spitzen es so wollten. Von den dortigen Piraten-Abgeordneten wurde via Facebook und Twitter berichtet, dass anschließend die Abgeordneten anderer Parteien bei den Piraten dafür entschuldigt hätten.
    Pressemitteilung dazu: http://www.piratenfraktion-nrw.de/2013/01/behandlungspflicht-unabhangig-vom-glauben/

    • Christian Kazuya 24 Januar 2013 at 15:16 Permalink

      Hm
      Sowas ist einfach nur traurig…
      Die Vertreter des Volkes handeln nicht in dessen Sinne….

      “Das negative Abstimmungsergebnis zeigt, dass es hier vor allem um parteitaktisches Gehabe geht − nach dem Motto: Alles was nicht von uns ist, lehnen wir ab. Dies geschieht leider auf dem Rücken der Betroffenen. Da wir das nicht wollen, haben wir dem Antrag von SPD und Grünen zugestimmt.“


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