23 September 2012 ~ 3 Comments

Du bist doch karo–Eine theoretische Unterhlatung

>> Hey, ich habe gehört, dass du karo bist, stimmt das? Ich dachte du bist raute!
<< Wie kommst du denn darauf?
>> Ja, es liegt daran, dass dich ein paar Leute gesehen haben, wie du mit dem Karo da zusammen warst und du mit ihm viel Zeit verbracht hast!, alle wissen dass der die oberste Raute ist!
<< Ja und, was ist daran schlimm?
>> Nix, mich stört es doch nicht ob du karo oder raute bist. Ich möchte es, da wir befreundet sind einfach nur wissen!
<< Sicher?
>> JA!!!

<< Ok, ich habe mit dieser Karo viel zeit verbracht, das liegt daran dass ich Karos mag!
>> Heißt das, dass du Rauten nicht magst?
<< Warum? Nur weil ich Rauten mag heißt das nicht, dass ich Karos nicht auch mag. Wie kommst du also drauf?
>>  Naja, ich dachte halt…

<< Du dachtest, weil jemand Karos mag steht er nur auf Karos wie dich und könnte dich angraben? Dachtest du, dass jeder, der Karos mag JEDE Karo mag? Nein!!!!, ich mag zwar Karos, aber doch auch nicht alle? Du bist zwar ne ‘Karo, aber ich muss doch nicht auf jede Karo stehen? Wir beide sind befreundet, da wird sich doch nichts ändern!
>> Ja, aber… hm… Ist es nicht so, dass man wenn man mal ne Karo mochte immer Karos möchte?
<< Nein, warum denn?
>> Ok, aber… hm, darf ich dich was fragen? Weiß deine Familie von deiner Karo?

<< Uff,… Ja du darfst… Ich habe es nur meiner Dame gesagt, weder Ass, Zehn, noch König wissen es,,,
>> Und, wie war’s? Hat es deine Königin schon gewusst????
<< Hm, ich bereue es, dass ich meiner Königin gesagt habe, dass ich was mit ner Karo hatte. Als ich es meiner Königin gesagt habe war sie nur sauer und hat mich angepisst. Aber keine Königin möchte, dass Ihr Herz-Bube sich eine Karo angelt! Das war einfach nur stress für einige Zeit. Jetzt habe ich mir angewöhnt nie zu sagen, dass ich neben den Rauten, die alle eh erwarten auch mal auf Rauten stehe….
>> Aber was es nicht so, dass deine Nähe zu einer Raute besser war als die zu einer Karo?
<< Naja, ich muss sagen, ob man mit einer Karo oder mit einer Raute nahe ist ist doch egal? Die einen Ecken passen besser mit einer Karo, wobei die anderen mit einer Raute besser passen! Es gibt einfach in jeder Art immer individuelle Unterschiede!

>> Und was ist dir nun lieber?
<< Warum muss es denn ein lieber geben??? Es gibt für alles Vor- und Nachteile!, aber ich sehe es nicht so. Ist dir nicht aufgefallen, dass sowohl Rauten als auch Karos eine Fläche und Ecken haben? Was, wenn ich nicht auf die Form, sondern auf diese beiden Merkmale stehe?l, wenn diese beiden Dinge für mich ausreichen? Muss denn alles immer auf das Merkmal der Form zugeschnitten sein?
>> Ähm… Naja… Aber du sagst doch, dass du offen für die Form bist?…
<< Ja?

>> Warum sagst du es nicht den anderen, König, Ass, Zehn und so?
<< Hm, das verstehst du nicht!
>> Warum? Warum soll i des ned verstehn?
<< Weil du nicht so bist, weil du nicht das alles erlebt hast?
>> Was denn? Was ist so schlimm?
<< Ich sagte doch, dass ich es meiner Königin gesagt habe!, dass sie es nicht gemocht hat und sauer war! Dass es nicht ihr Weltbild war! Meine Königin bat mich es den anderen Karten des Blattes nicht zu sagen.
>> Aber es ist doch dein Leben, du musst wissen was du daraus machst. Wenn dieses Kartenblatt mit dir und deinen Wünschen nicht klarkommt gehst du halt ohne das Blatt deinen Weg!
<< Ja aber das Blatt ist seit jeher für mich da gewesen. Ohne dieses Blatt wäre ich nicht die der Bube, der ich heute bin. Ich kann mich davon nicht loslösen. Ich weiß, dass in nächster Zeit viele der kritischen Karten gestochen werden, aber bevor diese gestochen sind kann ich nicht!

<< Was würdest du machen?

 

 

3 Responses to “Du bist doch karo–Eine theoretische Unterhlatung”

  1. Kazuya88 10 Januar 2013 at 08:52 Permalink

    Man muss sich hier immer überlegen, was ist einem wichtiger?
    Man selbst sein oder so zu sein, wie es die anderen wollen. Würde man für sich selbst seine kompletten sozialen Kontakte Aufgeben?

  2. Flo 19 Januar 2013 at 21:50 Permalink

    Heyoh
    Also ich muss schon mal sagen: Das ist eine unglaublich kreative und gute Herangehensweise an so ein heikles Thema. Die Abstraktion gibt dem ganzen noch mehr Interpretationsfreiraum, ohne sich dabei vom Grundproblem zu lösen. Wenn ich mir das so durch den Kopf gehen lasse fällt mir spontan der Inhalt einer der letzten Deutschstunde ein. ‘Grundsätzlich ist sich ein Jeder selbst am nächsten, doch wer anderen nicht nahe sein kann – entfernt sich immer weiter von sich selbst’. Wenn man darüber nachdenkt, kann man also nur glücklich sein, wenn man beides erreicht: eigene Integrität und Aufrichtigkeit zum einen und Offenheit nach außen zum anderen. Doch arbeiten diese Dinge nur allzu oft gegeneinander. Eines zu erreichen schließt gleichzeitig das andere aus. Wenn man das so betrachtet kann man doch eigentlich nur verlieren. Doch der Mensch findet einen anderen Weg: Er legt eine Maske auf – unter ihr ist er er selbst, doch nach außen hin bleibt er das als was er gesehen werden soll. Die einzige Gefahr – wie entledigt man sich wieder dieser Maske?
    In deinem Kommentar hast davon gesprochen, dass man überlegen muss, was wichtiger ist – doch ist das nicht gerade das Problem? In der subjektiven Auffassung eines jeden gibt es kein richtig oder falsch, kein wichtig oder unwichtig. Wie entscheidet man sich zwischen zwei Dingen auf die man beide nicht verzichten kann?
    Einzige Lösung des Problems: So wie man selbst sein will und so wie andere einen wollen, müssen sich decken. Doch wie kann man die Ansichten anderer denn verändern?
    Ich denke diese ganzen Probleme zeigen, dass es nur eine Möglichkeit gibt mit solchen Dingen umzugehen. Die Akzeptanz der Menschen muss für solche Dinge weiter sensibilisiert werden. Es sollte nie zu der Frage kommen, warum jemand so ist wie er ist. Viel mehr sollte man solche Situationen als neue Betrachtungsweise betrachtet werden, die außer Frage steht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Flo

    • Christian Kazuya 20 Januar 2013 at 15:23 Permalink

      Jo,
      da stimme ich dir zu, aber dieser Prozess wird sicher auch noch mehrere Jahre/Jahrzehnte dauern und erfordert von allen Seiten ein Umdenken!


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